Juni 2060. Das waren noch Zeiten vor 50 Jahren, im Jahre 2010, als die Weltmeisterschaft in Südafrika stattfand. Als Fußball noch theoretisch 2 mal 45 Minuten dauerte, als die Schiedsrichter noch die bedauernswerte Aufgabe zu erfüllen hatten, alles allein entscheiden zu müssen und als ein Einwurf in der eigenen Hälfte einen Nachteil bedeutete. Damals drehte sich die Hälfte der Diskussionen nach einem Spiel um Dinge, die nichts mit dem eigentlichen Können oder Nichtkönnen der Spieler zu tun hatten, sondern um Fehlentscheidungen, um Ungerechtigkeiten und um was wäre wenn. Damals gab es noch keinen Kameraschiedsrichter, noch keine gestoppte Spielzeit von 2 Mal 30 Minuten, damals durften nur 3 Spieler pro Team ausgewechselt werden. Damals musste der Einwurf auch in der eigenen Hälfte noch mit der Hand geworfen werden und die einwerfende Mannschaft war den Ball oft schon nach wenigen Sekunden wieder los. Seit geraumer Zeit dürfen Einwürfe aus der eigenen Spielhälfte ja wahlweise auch mit dem Fuß geschossen werden, was für mehr Gerechtigkeit gesorgt hat. Eine simple Regeländerung mit großer Wirkung. Zum Glück haben wir jetzt auch den Kameraschiedsrichter, der bei kniffligen Situationen für Fairness sorgt. Damals in Südafrika war es ja gut für uns, dass es den noch nicht gab, denn sonst hätte es ja keine späte Gerechtigkeit für das Wembley-Tor von 1966 gegeben. Damals war die Fernsehtechnik bereits seit Jahren ausgereift genug für den Videobeweis. Warum er immer noch nicht eingeführt war, wussten nur die alten Funktionäre der FIFA. Die größte Änderung für die Attraktivität des Fußballs war aber die gestoppte Zeit. Statt zwei Halbzeiten mit 45 Minuten und den obligatorischen 3 bis 4 Minuten Nachspielzeit wurden die guten Erfahrungen aus Sportarten wie dem Basketball übernommen: Die Uhr läuft nur noch dann, wenn der Ball im Spiel ist und das nur noch 30 Minuten pro Hälfte, was mehr ist als die Nettospielzeit von früher. Was dann passierte, war ein kleines Wunder. Denn plötzlich durften verletzte Spieler so lange am Boden liegen bleiben, wie sie wollten. Niemand fühlte sich mehr benachteiligt. Und da es auch keine Zeitverzögerung mehr bedeutete, einen Spieler auszuwechseln, wurde auch hier die Grenze einfach aufgehoben. Kein verletzter Spieler muss sich jetzt noch durchs Spiel schleppen, nur weil bereits drei Wechsel aufgebraucht sind. Schön, dass sich solch einfache Regeländerungen so positiv auf diesen Sport ausgewirkt haben. Denn wenn man sich heute ein Spiel von 2010 anschaut, fragt man sich wirklich, wie Fußball damals schon so beliebt sein konnte. Bild: South Africa Bloemfontein Free State Stadium Photographer: Wikipedia NJR_ZA This Wikipedia image may be used according to the GNU Free Documentation License: Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version published by the Free Software Foundation; with no Invariant Sections, no Front-Cover Texts, and no Back-Cover Texts. |