September 2009. Kaum ein Kamera-Zubehör haben wir in den letzten zehn Jahren so oft eingesetzt wie unseren 6 Meter langen Kamerakran. Mit ihm lassen sich einfach beeindruckende Sequenzen erzeugen und ungewöhnliche Blickwinkel einnehmen. Neben den vertikalen Schwenks lässt sich der Kran aber noch für etwas anderes nutzen.
Im Grunde funktioniert dieses Kamerakransystem wie eine Wippe mit unterschiedlich langen Enden. Durch geschickten Einsatz zum Beispiel von einer Erhöhung aus lassen sich damit sogar Höhenunterschiede von über zehn Metern überwinden. Doch ein Einsatzzweck, der nicht so offensichtlich auf der Hand liegt, ist die Simulation einer seitlichen Kamera-Schienenfahrt. Denn bei einem horizontalen Schwenk ist der Radius des dabei entstehenden Kreises so groß, dass der Eindruck einer geraden Kamerafahrt mit Blick zur Seite entsteht. Damit haben wir zum Beispiel schon vor Jahren eine Moderation in die Kamera schwebend begleitet: Der Moderator lief mit Blick in die Kamera den Halbkreis mit und schritt so während seiner Moderation das ganze Areal des Drehortes ab, was beeindruckende Aufnahmen erzeugte. Über diesen Ansatz haben wir damals einen ausführlichen Artikel in der Fachzeitschrift "Kameramann" veröffentlicht. Nette Anekdote am Rande: Der Erfinder dieses genialen Kamerakransystems ist ein Filmer mit dem Hobby Drachenfliegen. Er kombinierte die Anforderungen an das Equipment für seinen Beruf mit den Materialien, aus denen Gleitdrachen hergestellt werden – fertig war ein Kamerakran, der nur rund sieben Kilo wog und in einer Tasche von einer Person ganz bequem transportiert werden kann. Genial. 
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