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Kommunikation Ende?

Kommunikation Ende? März 2009. Wirklich selten ist mir in letzter Zeit eine so surreale Szene begegnet wie kürzlich in einem Regionalzug. Dort saßen vier junge, gepflegte, sympathisch wirkende Menschen um die Zwanzig auf einem Vierersitz in einem Regionalexpress und ich konnte nicht umhin, sie zu bemerken, so viel positive Energie strahlten die vier aus.


Irgendwie war das zunächst das Bild der hoffnungsvollen, aufstrebenden und kommunikativen Generation. Etwas oberflächlich in der Unterhaltung, jedoch ohne Zweifel sympathisch. Doch dann geschah etwas, was mich daran erinnerte, dass ich nur ein alter Dinosaurier bin, der längst mal wieder einen "Realitätscheck" benötigt. Eine der vier sagte: "Netz!", und wie auf Befehl hielten sich alle vier ihre Handys, die sie offenbar schon seit geraumer Zeit mit vorbereiteten Telefonnummern in den Händen gehalten hatten, an die Ohren und telefonierten sage und schreibe 20 Minuten ohne Pause. Alle vier. Auf einem Vierersitz. In der Bahn. Sich gegenübersitzend. Jede und jeder für sich völlig ungestört in das jeweilige sinnlose Gespräch vertieft. Ich starrte die Szene ungläubig an und schnappte einige Wortfetzen auf: "Und, was machsch?", "Wie sieht's heut' Abend aus?", "Vielleicht sollte ich das kaufen, aber es ist so teuer. Also bestell es, aber nur das Original", "Ich sitz grad im Zug". Und als ob die vier mir nicht schon genug angetan hätten, endete die ganze Situation, indem eine sagte: "Jetzt kommt gleich das Funkloch – also dann, tschüssi!". Fast synchron legten alle vier auf, packten ebenso synchron ihre Sachen zusammen und stiegen ohne weitere Worte zu verlieren an der nächsten Station aus. Wow! Was haben wir eigentlich damals die ganze Zeit gemacht, als wir ohne Handys volle 30 Minuten gemeinsam Zug fahren mussten?
Nachdenkliche Grüße von Ihrem Jan Mittelstaedt

 
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