In aller Kürze

Lorth Gessler Mittelstaedt ist eine Werbeagentur mit den Schwerpunkten Markenführung, Corporate Design, Multimedia und Filmproduktion in Konstanz am Bodensee direkt neben Kreuzlingen, der Nachbarstadt aus dem Kanton Thurgau in der Schweiz.

@Cetera

Digitale Filmproduktion

Juni 2009. Als wir 1995 unsere ersten Filme produzierten, wäre es undenkbar gewesen, mit einer kleinen Kamera zum Dreh zu gehen. Andere Filmteams hätten uns ganz einfach nicht ernst genommen und vermutlich nicht einmal belächelt. Seither hat sich viel getan und das Filme Produzieren ist unendlich viel demokratischer geworden.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag, als wir unsere erste digitale Videokamera kauften. Es war die erste digitale Videokamera für den Massenmarkt überhaupt: die Sony DVX 1000. Mit großem Hallo aber ebenso großer Skepsis wurde dieses Wunderwerk der Technik damals von der Fachwelt und den etablierten Kameraleuten begrüßt. In Consumer-Fachmagazinen überschlugen sich die Kommentatoren aber in den Profi-Zeitschriften blieb man auf Distanz. Das war keine echte Profikamera. Echte Profis drehten damals auf Betacam SP, manche auf dem nur geringfügig preiswerteren MII. Kameras waren groß, schwer und vor allem unglaublich teuer. 100.000 Mark waren da schnell auf dem Zähler und dann hatte man noch keine Schnittmöglichkeit. Denn der digitale nonlineare Schnitt fand zwar so langsam Einzug, jedoch benötigte auch jedes System dieser Art noch eine MAZ, also einen professionellen Videorekorder, für den ganz locker auch noch 50.000 Mark anfielen. Und so weiter und so fort. Im Nachhinein ist es nur allzu verständlich, dass sich die derart hochgerüsteten Filmproduktionsfirmen vehement gegen die "lächerlichen Hobbyfilmer" wehrten, die da für unter 10.000 Mark eine komplette Ausrüstung aus Kamera und MAZ in einem Gerät kaufen konnten. Wie ein böses Tabu wurde dann auch über die Tatsache Stillschweigen bewahrt, dass diese Hobbyfilmer mit ein wenig Übung viel bessere Bilder erzeugen konnten als die Kameraleute mit ihren analogen Betacam-Boliden. Das war ungeheuerlich.
Doch neben diesem Drama, das sich da für viele Produktionsfirmen abspielte, hatte die digitale Revolution des Filmmarktes noch eine zweite Facette, eine wunderbar demokratische. Denn plötzlich konnten zum Beispiel junge Studenten mit wenig Budget nicht nur ansprechende Filme in Amateurqualität produzieren, die dann aber aufgrund der ungenügenden technischen Qualität nie ein Fernsehsender zeigen würde, sondern sie waren in die Lage versetzt worden, mit einer bescheidenen Ausrüstung ein Produkt zu erzeugen, das sich ganz locker mit den teuren Produktionen messen konnte. Jetzt kam es nicht mehr darauf an, wie groß der Maschinenpark war, auf den man Zugriff hatte, sondern fast nur noch darauf, was man an Fähigkeiten mitbrachte. Dieser Trend hat sich seither massiv verstärkt und es kommen andauernd neue Möglichkeiten hinzu. Heute kann man mit einer handtellergroßen Consumerkamera problemlos sogar einen Kinofilm drehen. Leben wir nicht in einer aufregenden Zeit?

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